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Multiple Sklerose MS
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Häufigkeit, Ausmaß und Bedeutung von Beeinträchtigungen der geistigen Leistungsfähigkeit bei Patienten mit Multipler Sklerose wurden in der Vergangenheit unterschätzt. Heutzutage geht man davon aus, dass etwa 40 % der Patienten mit Multipler Sklerose unter krankheitsbedingten kognitiven Leistungsminderungen leiden – mit gravierenden Folgen für Alltagskompetenz, Sozialleben, berufliche Leistungsfähigkeit und Lebensqualität. Die Beeinträchtigungen betreffen vor allem das Gedächtnis, die Aufmerksamkeit und die sogenannten exekutiven Funktionen.

 

Zur Untersuchung des kognitiven Leistungsprofils wurde ein computergestützter Test entwickelt, der Merkfähigkeits- und Aufmerksamkeitstest (MAT). Mit Hilfe dieses Tests kann die Leistungsfähigkeit in verschiedenen Bereichen erfasst und mit der von alters-, geschlechts- und bildungsentsprechenden Kontrollpersonen verglichen werden. Dies ermöglicht eine realistische Einschätzung der aktuellen geistigen Leistungsfähigkeit. Auf dieser Grundlage können therapeutische Maßnahmen geplant werden und es kann eine zutreffende Einschätzung der Belastbarkeit durch berufliche Anforderungen oder Rehabilitations-Vorhaben vorgenommen werden.

 

Auf dieser Grundlage wurde ein neuropsychologisches, internetbasiertes Trainingsprogramm entwickelt. 

Für Rückfragen stehen wir gerne zur Verfügung (Tel. 0621 – 4004 6190 oder per Email: Cette adresse email est protégée contre les robots des spammeurs, vous devez activer Javascript pour la voir. ).

 
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Von der Autoimmunerkrankung Multiple Sklerose (MS) sind weltweit derzeit ca. 2,5 Millionen Menschen betroffen, 130.000 Patienten leben in Deutschland. Die Erkrankung wird meist zwischen dem zwanzigsten und dem vierzigsten Lebensjahr diagnostiziert und betrifft Frauen doppelt so häufig wie Männer.

Bei der Multiplen Sklerose handelt es sich um eine entzündliche Erkrankung des Nervensystems, welche durch Autoantikörper die Schutzschicht der Nervenzellen, das Myelin, angreift. So beeinträchtigt können die Neuronen ihrer Aufgabe als Signalvermittler nicht mehr wie gewohnt nachkommen und wichtige Kommunikationswege innerhalb des Nervensystems verschlechtern sich zunehmend. So können beispielsweise viele MS-Patienten auf Grund einer Retrobulbärneuritis der Sehnerven nur eingeschränkt sehen, haben Probleme mit der Kreislaufregulation oder stolpern häufig.

Der individuelle Verlauf der Erkrankung kann sehr unterschiedlich aussehen, sicher ist mittlerweile jedoch, dass zwischen 43 und 70% der Patienten auch kognitiv beeinträchtigt sind (Peyser et al., 1990; Chiaravalotti et al., 2008). Insbesondere Aufmerksamkeitsleistung, Verarbeitungsgeschwindigkeit (Rao et al., 1991)  und Langzeitgedächtnis   sind bei MS-Patienten überdurchschnittlich häufig vermindert, unabhängig vom Schweregrad der motorischen Einschränkungen (Chiaravalotti et al., 2008). Die Betroffenen erleiden durch diese Probleme eine massive Verschlechterung ihrer Alltagsfunktionen, können ihren Haushalt schlechter versorgen, sind sozial weniger eingebunden und auch die Beschäftigungsverhältnisse werden durch die kognitiven Einschränkungen bedroht (Chiaravalotti et al., 2008).

Ein großes Problem ist die Tatsache, dass auf Grund der Unterschiedlichkeit der Symptomatik bislang die diagnostischen sowie die therapeutischen Möglichkeiten für kognitiv beeinträchtigte MS-Patienten sehr eingeschränkt sind. Auch die bereits erwähnte Unabhängigkeit von motorischen Symptomen macht eine stadienadaptierte Diagnostik sehr schwer. Ein Ziel der momentanen MS-Forschung ist daher die Entwicklung einer Testbatterie, welche die interindividuelle Ausprägung der kognitiven Symptome messen und langfristig der richtigen Behandlung  zuordnen kann.



Peyser, J.M., Rao, S.M., LaRocca, N.G. & Kaplan, E. (1990). Guidelines for neuropsychological research in multiple sclerosis Arch Neurol. 47(1), 94-97.

Rao, S.M., Leo, G.J., Bernardin, L. & Unverzagt, F. (1991). Cognitive dysfunction in multiple sclerosis. Frequency, patterns and prediction. Neurology , 41, 685–691.

Chiaravalotti, N.D. & DeLuca, J. (2008). Cognitive impairment in multiple sclerosis. Lancet Neurology, 7, 1139-1151