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Gedächtnistraining
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Der Begriff Gedächtnistraining umfasst eine Vielzahl von Methoden, z.B. allgemeine Aktivierungsmaßnahmen wie Kreuzworträtsel, Memotechniken oder Übungen für spezielle Gedächtnisleistungen. Verfahren, die direkt umgrenzte kognitive Funktionen über eine speziell hierfür konzipierte Methode trainieren, werden in der Fachliteratur bevorzugt „kognitive Trainingsverfahren“ genannt, um sie von den anderen Verfahren abzugrenzen.

Die Wirksamkeit von kognitiven Trainingsverfahren bei Alzheimer-Demenz ist umstritten. Manche Belege sprechen für eine ähnliche Wirkung wie die der bisher zugelassenen Medikamente (Spector et al., 2003), andere deuten auf die Unwirksamkeit dieser Interventionen hin (Cahn-Weiner et al., 2003). Aufgrund von Studien wie der von Spector et al. (2003) oder der Metaanalyse von Sitzer et al. (2006) kann eine Wirksamkeit vermutet werden. Eine eigene Vorstudie zu diesem Thema (Schimmel et al., 2008) zeigte ebenfalls, dass kognitives Training bei Alzheimer-Patienten Gedächtnisleistungssteigerungen erzielen kann.

Wirksame kognitive Trainingsverfahren stellen eine nutzbringende Erweiterung des Behandlungsangebotes für Patienten mit Alzheimer-Demenz dar. Die Kombination aus medikamentösen und nicht-medikamentösen Verfahren kann den Behandlungserfolg verbessern bzw. gäbe es auch Interventionsmöglichkeiten für Patienten, für die keine medikamentöse Behandlung in Frage kommt. Hier ist auch anzumerken, dass der Vorteil psychologischer Trainingsprogramme auch in ihrem geringen Nebenwirkungspotential besteht. Als einzig befürchtete Nebenwirkung wird die mögliche Beeinträchtigung des Wohlbefindens der Patienten aufgeführt. Das kognitive Training würde zu einer Konfrontation mit den eigenen Defiziten führen und wirke sich somit ungünstig auf das Wohlbefinden aus. Allerdings wurde in unsere Vorstudie von Schimmel et al. (2008) Gegenteiliges festgestellt. Hier zeigte sich eine Verbesserung des Wohlbefindens. Weitere mögliche Nebenwirkungen werden nicht diskutiert.

Die Vorstudienergebnisse dienten als Grundlage für das aktuelle Projekt Kogifit®. Das kognitive Trainingsverfahren wurde weiter ausgearbeitet. Ziel ist, diese Behandlungsmöglichkeit möglichst vielen Patienten zur Verfügung zu stellen und weitere Wirksamkeitsuntersuchungen durchzuführen.

Alzheimer-Demenz Patienten, die sich für dieses Projekt interessieren, können sich gerne per E-Mail an Frau Dipl.-Psych. Miriam Bektas wenden ( This e-mail address is being protected from spambots. You need JavaScript enabled to view it ).

 

Link Infoflyer

 

Literatur

 

Schimmel, I., Bektas, M. & Adler, G. (2008). Gedächtnistraining bei Demenz. Auswirkungen eines Merkfähigkeitstrainings mit systematischer Verstärkung. Psychoneuro, 34, 475-478.

 

Sitzer, D. I., Twamley, E. W. & Jeste, D. V. (2006). Cognitive training in Alzheimer’s disease: a meta-analysis of the literature. Acta Psychiatrica Scandinavica, 114, 75-90.

 

Spector, A., Thorgrimson, L., Woods, B., Royan, L., Davies, S., Butterworth, M. & Orrell, M. (2003). Efficacy of an evidence-based cognitive stimulation therapy programme for people with dementia.  British Journal of Psychiatry, 183, 248-254.

 

Cahn-Weiner, D. A., Malloy, P. F., Rebok, G. W. & Ott, B. R. (2003). Results of a randomized placebo-controlled study of memory training for mildly impaired Alzheimer’s disease patients. Applied Neuropsychology, 10, 215-223.